Ueber die hollaendische Kueche weiss ich nicht so viel, aber sie essen Pommes mit Mayo dort. Mir schmeckt das nicht. Wo die alten Hollaender gelandet sind, die also, die Buren heissen, gibt es eine eigenwillige Spezialitaet, geheissen Biltong. Ich haette mit Biltong fast all meine Avancen im Beziehungsvorfeld zerstoert. Biltong ist an der Luft getrocknetes Fleisch unterschiedlichster Art. In Suedafrika kauft man Biltong nach der Fleischsorte. Da gibt’s Springbock, Vogelstrauss, Kudu, Oryxantilope etc. etc.. In Namibia isses mehr vom Rind, dafuer hat es die unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen. Sehr gesund soll das sein, sagen die Buren, weil noch alles drin, quasi Gemueseplatte fuer den Carnivoren. Aber was bitte passiert, wenn man Fleisch an der Luft zu trocknen versucht? Zuerst kommen die Fliegen und legen ihre Eier drauf. Die geschluepften Maden vernichten was sie koennen. Was dann noch ueber ist, holt sich der Schimmelpilz. Ich bin ein kritischer Mensch, alles kauf ich denen nicht ab.

Fuer die Rinderzucht ist ganz Suednamibia eingezaeunt. Das Wirtschaftswachstum in diesem Land muss 30 Jahre ausschliesslich am Zaunbau gehangen haben. Innerhalb dieser Zaeune sollen Rindsvieha sein, aber die sieht man nie, weil 5-7ha pro Rindsvieh. Auf der ganzen Weide findest du keinen gruenen Halm. Wie soll da ein Rindsvieh leben? Eben, das sind keine Rindsvieha sondern wankendes Biltong. Ich habs ja gleich gewusst!

sztatem - 10. Aug, 11:50
Juhu, wir sind widada! Wie merkt man, dass man wieder da ist? Da ist man, wenn dir eine Kudufrau die Erdaepfel aus dem Auto frisst und am Feuer zum Ausgleich ein Kudusteak zischt. Die Kudufrau nimmst du in den Schwitzkasten und zerrst sie weg. Dann ziehst du deine dickste Jacke an, knippst die Taschenlampe an und waehrend du dir den Hintern abfrierst, fragst du dich, warum um Himmels Willen faehrst du vom Sommer in den Winter? Das Ganze ist unglaublich, weil im ersten Anlauf haben wir doch eine Reisezeit von sieben Monaten von Zirl nach Windhoek veranschlagt. Da gibt es Gewoehnung. Jetztn, im zweiten Versuch haben wir uns trotz Stau auf der deutschen Autobahn auf 13 Stunden 36 Minuten gesteigert. Grob geschaetzt waren wir also 37764x schneller. Fuer so eine Leistungssteigerung muss man sich nicht schaemen. Was sollen wir sagen, Uebung macht die Meister.

sztatem - 10. Aug, 11:47
jessas, jetzt isses passiert! Wir sind in Australien, ich schwoere. Seit wir den Sudan verlassen haben, halten uns alle, alle fuer Australier. Sie lesen es sogar vom Blatt. Also vom rot-weiss-roten Pickerl lesen sie es. Wir dachten, da steht Austria, Nemsa und Autriche drauf. Wenn wir schaun, steht das auch so dort, aber wenn andere schaun, sind da immer noch ein a und ein l mehr. Es muss so sein, weil 121 Leser koennen nicht irren. Und so isses passiert, jetzt glaub ich selber dran und die Argumente sind stark: Es is keiner da, alles leer ohne Leut. Die Erde ist rot, sehr rot, wie sie nur in Australien rot ist. Manchmal, ganz ueberraschend wird sie weiss. Die Erde ist patriotisch und den Australier packt man mitn Einserschmaeh. Die Aboriginies heissen hier Himba. Die Himbamaenner saufen, die Frauen hamm die Miniroeck an. Am Dorfrand liegen grosse Haufen Bierflaschen und das selbst am allerletzten Oasch von da Welt (nachn links abbiegen noch). Die Himbafrauen sind eine Geschichte fuer sich. Lederroeckchen, sonst nix. Den ganzen Koerper mit einem Gemisch aus Butter, Ocker und Asche eingeschmiert. Die Haaer sind aber auch damit beschmiert. Enorm ist das. Die ham Zoepf wie ein Rastamasta und dick drum rum die Schmier, fast wie Lehm, roter Lehm. Braucht ihr noch einen Beweis. Naja, die Campingkultur ist auch ganz australisch. Alles supa, private Abwasch, Feuerplatz und Dusch. Was noch? Na der Ayer's Rock natuerlich! Den gibt's selbstverstaendlich, nur nennen sie ihn Spitzkoppe. Bitte, soll mir recht sein. Ist eh viel laessiger, weil man kann ueberall selber herumklettern, statt mit 200 schnaufenden Touris einem Seil entlang zu krabbeln.
Warum bloss muss hier im Radio Corona bavariae laufen? Ist das auch australisch?
sztatem - 22. Apr, 13:18
ward ihr schon mal beim Hundzuechter? da isses so. Wenn eine Huendin, sagen wir Susi, einen Wurf Welpen hat, dann benennt der Zuechter alle mit Namen eines Anfangsbuchstabens. Sagen wir, es ist Susis erster Wurf, dann heissen ihre Welpen Anton, Alois, Adolf und Antonia, Aloisia und Adolfine (weil's einfach ist. so viel Phantasie hamm die Hundezuechter auch wieder nicht). Wenn jetzt Susis zweiter Wurf kommt, ueberlegt der Zuechter schon die B-Namen, also Bertram, Bruno, Brunhilde usw.. Beim B isses nicht so einfach, glaub ich, drum hoeren die meisten Zuechter auch nach einem Wurf auf. In Namibia, ja da simma schon, isses fast genauso bloss mit den Bezirken. Was ich sagen will, die Ortsnamen jedes Bezirkes muessen denselben Anfangsbuchstaben haben, glaub ich. Namibia ist sicher von Sueden besiedelt worden und wie die Siedler im Norden angekommen waren, da waren sie schon beim O. Aber wass faellt einem zu O ein? Ottostadt und Oskarhausen, aber mehr schon nicht. Damit kommt man nie aus. Deshalb haben sich die Namibier anders geholfen. Kennt ihr dieses Spiel, wo einer still das ABC vor sich hinsagt und der zweite muss stopp sagen? So kriegt man verschiedene Buchstaben zusammen und so kann man Namen bilden, ganz ohne Phantasie. Genauso muss es passiert sein. Es heisst hier so: Opuwo, Ombombo, Otjitunduwa, Otjondeka, Oshakati, Ondangwa, Onaanda (da war der stoppsager ungeduldig), Okakao (der mochte heisse Schokolade), Ombalatu, Onesi, Olifa, Oruperengwa, Otjovasando, Otjikodavirongo usw usw. Bei jedem road block von der Polizei wollen sie wissen, wo man hinfaehrt. Ich bin schweissgebadet.
sztatem - 12. Apr, 13:36