Sonntag, 4. März 2007

sendepausig

Herrgott, jetztn wars aber ein Zeitl still auf den Seiten, wo’s sonst immer gelb is. Und prompt hab ich einen Anschiss gekriegt. Aber das kommt alles daher, dass wir ja gleich daheim sind. Der Flug ist gebucht, die Reise zu Ende und wir koennen euch das dann eh erzaehlen, dann in zwei Monaten. Is doch immer dieselbe Geschichte: In der Frueh einsteigen ins Auto, Kurs auf Sued setzen, volle Kraft voraus und Staub schlucken. Am Abend stehen bleiben, Zelt raus, Kueche raus, essen, schlafen. Das reisst keinen vom Hocker, alles wie daheim.
Super war aber, dass wir dazwischen weiter im Westen waren. Uganda und Rwanda sind sehr schoene Laender und da waren wir. Auch waren wir in Tanzania. Tanzania ist gruen. Tanzania ist das gruenste Land von der ganzen Welt. Gruenes Zollhaus, gruener Polizist, gruenes Visum (der 50 Dollarschein zum Bezahlen vom Visum ist jetzt nimma gruen sondern ein bisschen rosa. Der Dollarschein ist aber auch aus Ameriga), gruene Geldscheine (die aus Tanzania und die heissen shillingi). Wenn du all das kennst, wird’s erst richtig gruen. Das Gras ist so gruen und die Baeume. Der Ngorongorokrater ist von einem Gruen, wie du es noch nicht gesehen hast, sogar die Serengeti ist gruen, weil es so viel geregnet hat. Zum Glueck wirkt gruen beruhigend auf die Augen, sonst waer das alles nicht zum aushalten, weil in dem ganzen Gruen musst du die Gnus suchen, die Zebras, suchen musst du die Impalas, die Bueffel, suchen musst du den Elephanten und erst den Loewen. Der Loewe ist schwer zu finden, ausser er streicht ums Auto. Nicht suchen musst du die schwarz-weissen Burgenlaender, weil die segeln am blauen Himmel. Dann suchst du dem Grant seine Gazelle, die Grosstrappe (Burgnlandler ueberall, ned zan aushoidn. Wann mi des reisebuero ned vamiddld haedd…), die Hyaene suchst du und den Geparden, das dicke Eland. Du suchst so viel und findest fast immer das Safariauto.

auch hoch

der Ruwenzoringer is bestiegen, alle warma oben auf dem Biachl, Alex, Christian, Christine, Marek. Alex und Christian sind extra angereist, fuer das machen. Und ich sag euch, ein gewaltiger Berg! Aber nicht weil so zaach und steil und alles sondern weil so gatschig. Das glaubz ja ihr nie, wie viel Gatsch, dass es dortn hat, so viel. Wisst ihr, was ein Bog ist? Wir hamms auch nicht gewusst, aber jetzt schon. Wissen, mein ich. Das Wort Bog wird keiner mehr vergessen, wo Fuss auf den Central Circuit gesetzt hat. So bitte heisst der Rundweg rund um das Mt. Baker Massiv. Weil ihr muesst wissen, ein Ruwenzori aber viele Massive, noch mehr Gipfel. Das Problem: ein Gipfel kostet 150 USD. Jawoll, voellig deppat! Weil das aber nur die Spitze des Finanzeisberges ist, wollen wir von den Kosten gar nicht reden und noch viel weniger wollen wir sie in oesterreichische Schills umrechnen, weil da speibst die auf der Stelle an, sofort.
Ich verfehle gerade voellig das Thema, was wollt ich schreiben? Richtig, das mit dem Bog. Zuerst kommt der lower Bigo Bog und dann nach einer guten Steigung der upper Bigo Bog (sagt das mal ganz schnell und oft hintereinander auf 3500m). Das ist eine logische Benennung, denn upper heisst oberer. Jetzt koennt ihr euch schon denken, dass lower natuerlich unterer heisst. Wir haben ja alle auch ein bisschen Englisch in der Schule gelernt. Was aber heisst Bog?
Das Beste an dem Berg ist die Vegetation. Die Ericaceenwaelder - Erica ist das Zeug auf Omas Grab zu Allerheiligen. Das kennt ajeder. Aber hier nicht kleiner Buschn mit violetten Blueten, sondern gross, dick, und Baum – die Ericaceenwaelder also sind so schoen, soooo schoen, dass du nach einem Tag schon sagst, dieses Moerdergerschtl diese Unsummen also, die wir hingelegt haben, haben sich aber ausgezahlt. Sowas von rentiert. Wollt ihr noch ein paar Dollar Trinkgeld? Das muss man gesehen haben, weil wenn man das noch nie gesehen hat, fehlt einem das. Dann kommen aber noch die Riesenlobelien und die Riesensenecien und so was hast du noch nie gesehen. Sowas kann man naemlich nirgens sonst auf der Welt sehn, nicht mal auf Omas Grab. Grandios und quasi unbeschreiblich. Jetzt schauz euch halt die Fotos an.
Wenn ihr aber glaubt, der Rwenzori ist ein vergnueglicher Spatziergang, liegt ihr voellig daneben, ganz falsch. Vergnueglich ist da nix, ausser der Fuehrerliteratur. Sind alle Wanderfuehrerautoren Oberlehrertypen? Es scheint so. Wir werden bei anderer Gelegenheit zitieren. Als Training empfiehlt der eine, mit Regenkleidung und Rucksack zu duschen. Man muss auch ein halbes Jahr Kondition trainieren und die letzten 4 Wochen so viel essen, wie man kann. Erst die kilos runter dann wieder rauf und dann mit dem Fettschwartl ins kalte Wasser. Geh, da bleib ich lieber gleich bei meine Spaghettihaxn. Die narrischen Traeger rennen eh durch den Bog als waers ein Sandkistl und schleppen unser Zeug. Was soll ich da trainiern. Nein, Alpinstil ist das nicht, aber ein bisschen deprimierend schon. Das man so fit sein kann.
Das wird immer laenger und ich mach jetzt Kurzfassung. Erst geht man rauf, dann wieder runter. Ist eh auf jedem Berg dasselbe. Regen von oben, Schnee von der Seite, Gatsch von unten. Nein, trocken war’s nicht, aber Trockenzeit.
Was Bog heisst, weiss ich auch nicht. Der Rwenzori ist ein Bog. Glaube, Bog heisst Berg, Schreibfehler.

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