Dienstag, 5. Dezember 2006

der Autofahrer

Der Aegypter is der aergste. Der Aegypter is der alleraergste von den Autofahrern , das weiss jeder. Der Libyer ist auch der Aergste. Mit 160 faehrt der auf der Bundesstrasse, sagt er. Aber der Aegypter, meine Herren! Die aegyptischen Autos sind Hupen, wo noch ein paar Zusaetze angeklebt sind mit Klebeband, das Notwendigste halt. Immer gibt es Lenkrad und Schalthebel, ein Motor muss auch da sein wegen der Bewegung und wegen dem Schalthebel ein Getriebe. Sitze sind auch fast immer vorhanden. Sonst aber nix, ausser da haengt noch ein Wunderbaum. Der Aegypter ist ein guter Autofahrer, aber halt Italiener hoch drei und viermal Hupe. Wenn du aber glaubst, der Aegypter kennt eine Verkehrsregel, dann irrst du dich, weil er hat ja die Hupe. Wenn die Hupe nicht funktioniert, ist nicht nur das Pickerl weg, sondern ueberhaupt Feierabend. So ist das in Aegypten. Dann kommt der Sudan. Und der Sudan ist eine Ueberraschung. In Khartoum gibt Einbahnen auch wenn du als Fremder diese erst erkennst, wenn du einer Front sudanesischer Autos gegenueberstehst. Diese Situation ist auch einer der wenigen Anlaesse, bei denen der Sudanese dann doch zur Hupe greift. Es gibt auch Zebrastreifen (in Khartoum) und ich glaube einen Autofahrer gesehen zu haben, der stehen blieb. Jetzt kommt der Aethiopier. Der Aethiopier kommt direkt aus dem Mittelalter. Er kennt den Esel, er kennt das Dromedar fuer den Transport. Er selber aber geht zu Fuss. Der Aethiopier geht immerfort. Alle Aethiopier gehen immerfort. Wir haben keine Ahnung wohin und warum sie gehen, aber sie gehen. Die Strassen sind voll, der Strassenrand eine Prozession. Jetzt ist aber das mit dem Mittelalter. Das Mittelalter beginnt buchstaeblich 200m hinter der Satellitenschuessel und 300m nach dem Internetcafe. Es ist verrueckt. Der Aethiopier jetzt scheint keinerlei Vorstellung von Geschwindigkeit und Gefaehrlichkeit von Autos zu haben. Eine Strasse ist als Gehweg viel bequemer als der Strassenrand oder ein Pfad und das Vieh kann man auch viel besser treiben. Die Strassen sind also immer voll. Das Vieh ist eine eigene Geschichte. Das aethipische Rindsviech ist generell im Narrenkastlmodus. Du hast keine Ahnung, wo es hinschaut, aber egal, wo es hinschaut, es reagiert nicht. Und erst der Esel! Der Esel geht seines Weges. Ob der Weg des Esels ein Ziel hat, weiss nicht mal der Esel und sein Besitzer kann nur eine grobe Himmelsrichtung mit Hilfe wilder Schlaege einfordern. Der Esel scheint mit dem Leben abgeschlossen zu haben und marschiert – immer ins Auto.

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