Mittwoch, 15. November 2006

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Wir fuhren tief in die Wueste, immer weiter und immer gegen den Wind. Jede Meile war hart erarbeitet, weil der gelbe Wagen weiss2hat die Windschluepfrigkeit einer Schrankwand und einen Murl, den quasi noch Rudolf Diesel, Gott hab ihn selig, hoechst selbst entwickelt hat. Der Rudl war damals darauf aus, dass seine Motoren alles und selbst Carbonstaub fressen. Ich bin sicher, dass unserer das kann. Bei uns aber kriegt er nur Schonkost und gibt uns dafuer den Gegenwert von 50 mph (das ist englisch und heisst meilen pro weiss3stunde), wenn uns der Wind auf die Nase blaest. Wenn wir mehr wollen, kocht er ueber, weil der Wind kommt aus der Wueste und kocht auch, Foehn ein Mailuefterl dagegen. Jetzt wollt ihr wahrscheinlich von uns wissen, wie viel 50mph in km/h sind, was? Aber das sag ich euch gleich, werdet ihr von uns nicht erfahren. Ihr habt alle einen Taschenrechner am Computer. Da habt ihr das in nullkommanix ausgerechnet. Das von uns zu erwarten, ist schon ein starkes Stueck! Fuer euch ist das ein Klax und wir muessen schon den ganzen Kaas hier schreiben und all das bei einer Moerderhitze. Das ist enorm viel Arbeit, eine Qual. Und erst der Editierprozess! Koennt ihr euch das vorstellen? Die Christine muss alles korrekturlesen, weil damit wenigstens die groebsten Rechtschreibfehler ausgebessert sind und ihr wollt nicht mal eine einfache Multiplikation die selber ausfuehren? Da krieg ich fast ein bisschen einen Grand, weil das Schreiben faellt mir nicht leicht. Wenn ihr es aber unbedingt wissen wollt, handelt es sich bei unseren Meilen um statute miles, welche im Gegensatz zur nautical mile nicht 1,8 sondern nur 1,6 km messen. Ihr muesstet also lediglich fuenfzig mit einskommasechs multiplizieren. Das ist eine Kopfrechnung. Schafft ihr das jetzt, oder wie? Achzig macht das, ihr Pfeifen. Na euch geb ich noch mal eine Aufgabe!
Wir sind also viele hundert Meilen in die Wueste gefahren und dann war ploetzlich die Strasse weg. Furt war sie. Von einer Wanderduene geschluckt. In so einer Situation kannst nicht leicht gescheiter dreinschaun als wir. Wir haben uns gut gehalten, das muss ich duenesagen. Aber gescheiter Blick oder nicht, wir mussten umdrehen und die Umleitung nehmen. Wo wir dann hingekommen sind, war ganz eigenartig. Aber wenn man schon unterwegs ist, moechte man alles sehn und das Zweistromland ist toll.bagdad

kuchl

Nein, ich werde mein Trink- und Esskultur nicht aufgeben (Christine woertlich nach einem Jahr Marci. Beides kann kaum ueberbewertet werden).
Die Campingkueche ist traditionell einfach. Man ist an die primitiven Mittel angewiesen, die man mitnehmen kann, die man mitgenommen hat. Purismus ist gefragt. Man hat einen Gaskocher und mit Gas will man sparen. Man hat Salz, man hat Pfeffer. Und ueberhaupt ist der auf Reisen allgegenwaertige mixHunger der beste Koch von allen. Da fehlt mir nichts. Ein Topf, eine Pfanne sind genug. Da koche ich meine Nudeln, da koche ich meine Sauce. Was brauche ich mehr? Ich brauche Mango Lassi. Gott, ich brauche ein Mango Lassi, sonst nix. Ich brauch das so sehr. Auch brauche ich die Bananenmilch, auch brauche ich das Guavenmilkshake. All das brauche ich, sonst nix. Aber was brauch man dafuer? Einen Stabmixer braucht man dafuer. Ein voellig absurdes Geraet beim Campen. Sowas hat noch niemend mit gehabt, kein Mensch. Als das Fraeulein Strondl mir dieses Vorhaben, das Vorhaben einen Stabmixer mitzunehmen, offenbarte, wollte ich sofort und unverzueglich die Scheidung. Ein Stabmixer mit Akkubetrieb beim Camping? Das gibt’s ja nicht und simma sich ehrlich, so was gehoert sich auch nicht. Aber ich sage euch, ich taete mich derschiessen fuer dieses Mango Lassi. , das ohne Zweifel das beste der Welt ist. Die Mangos sind wahnsinn. Man muesste ein Lied drueber schreiben. Faellt euch ein fetziger Titel ein?

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Der aegyptische Taxler ist der alleraergste. Du hast keine Chance. Wie auch immer Du es anlegst, du wirst gelegt. Der kennt keinen Genierer, keine Grenze dafuer jedes Gehabe. Wir wissen, dass die Fahrt ins Zentrum ca. 20 Pfund kostet. Wir haben nur in bald einer Woche noch nie 20 Pfund bezahlt. Die guenstigste Fahrt waren 40 Pfund die teuerste 60. Wenn du taeglich zwischen Camping und Botschaft pendelst, faengst du irgendwann das Rechenen an und wenn du das Rechnen anfaengst kriegst du, so du nicht mit grossem Geld gesegnet oder von unnatuerlich sanftem Gemuet, einen unerhoerten Grand. Den Grand, so nimmst du dir vor, willst du in Kostenersparnis ummuenzen. Es kann also nicht so weitergehen. Du nimmst dir vor, den Anweisungen im Reisefuehrer zu folgen: 1. frage nicht nach dem Preis, du sollst ihn wissen (wissen wir), 2. du sollst aussteigen (koennen wir), 3. du sollst zahlen (muessen wir), 4. du sollst dich entfernen (werden wir). Klingt logisch, einfach und umsetzbar. Und was passiert? Wir folgen den Punkten 1-3, schon kommt das Werkl ins stocken. Der Taxler naemlich fotzt unsre Geldscheine irgendwo zwischen die Sitze, springt wie ein Rumplstilzchen aus dem Auto und tanzt und schreit vor uns herum, dass wir vor lauter Schreck die ganze Geldtasche vor ihm leeren. Alles nur Show lesen wir dann spaeter auf Seite 550 im Reisefuehrer, und man solle nicht irritiert sein, wenn der Taxler schreie, er nuetze nur aus, dass man fremd sei und nicht wisse. Na sehr gut, diese lebenswichtige Information also auf Seite 550 praktisch im Index.

Jetzt fahren wir Minibus. Das is klasse. Du haeltst am Strassenrand die Hand raus und versuchst abzuklaeren, was das Ziel der Fahrt ist bzw ob dein Ziel am Weg liegt. Bei positiver Verhandlungslage verstaust du deinen Koerper mit 17 weiteren Aegyptern in einem 30 Jahre alten VW-Bus. Jetzt ueberleg mal, wo der Hintern von einem 30 Jahre alten VW-Bus mit so einer Beladung haengt? Das ist Formel1 Niveau. Als naechstes muss deine Hand irgendwie den Weg in den Hosensack finden und einen der unglaublich grindigen 50 Piasterscheine hervorzwicken. Den ueberreichst du dem Fahrer oder dem Kassier und die Sache ist gebongt. Das is so entspannend, weil der Preis fuer alle gleich. Bloss einmal hat ein zehnjaehriger Kassier versucht, uns pro Person 1 Pfund zu entlocken. Als ich das mit den 50 P erklaert hab, hat der ganze Bus gelacht. Als wir ausstiegen, hab ich 50 Piaster im Bus vergessen. Der Bus ist stehen geblieben und der Kassier hat mir das Geld gegeben. Das ist der fuer uns unbegreifliche Wahnsinn: es ist alles nur ein Spiel.

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