Donnerstag, 30. August 2007

jetztn nach osten

Kapstadt ist schon erreicht und da koennen wir wieder einen Reisefortschritt vermelden. Das ist die Land Rover-Verwoehnmetropole. Neue Federn hat er bekommen, der alte George. Jetzt steht er da wie ein strammer Max, den Hintern so hoch in den Himmel gestreckt, dass wir den Horizont nicht mehr erblicken. Die Leiter fuer unser Zelt baumelt in der Luft so dass wir abspringen muessen, wenn wir wieder auf den Boden wollen. Es fuehlt sich an wie die Feuerleitern in ameriganischen Filmen. Eine volle Gasflasche und eine neue Batterie hat er auch gekriegt und seinen Heimtransport haben wir in die Wege geleitet. In Kapstadt gibts leider auch gute Buchlaeden und da sage ich euch, also wenn man was von einem Land sehen will, darf man kein Harry Potter Biachl kaufen. Ich schwoere, Christine hat zum letzten Mal bei der N2 Auffahrt in Kapstadt aus dem Fenster geblickt. Seither sind wir sicher 500km gefahren, haben Stellenbosch besichtigt, haben Grauwale beobachtet und waren Wein kosten. Christine war voellig baff statt dem Meer ploetzlich Halbwueste und Strausse zu sehen. Wir sind schon in Oudtshoorn und sie hat nix gemerkt. Na is des oag?

Der Bure und die Kost

Wenn man es geschafft hat, ueber den Musikgeschmack des Buren hinweg zu sehen, merkt man als naechstes, dass der Bure der netteste und gastfreundlichste Mensch der Welt ist. Es ist zum Verzweifeln, seit wir Aussenkehr erreicht haben, werden wir pausenlos eingeladen. Als erstes haben wir ein Paar mit ihrem Toyota aus dem Sand gezogen und wurden dafuer zum Abendessen gebeten. Ja, sagt da unser Gastgeber Willem, wir Buren essen gerne Fleisch. Er meint, viermal pro Woche liege schon ein Steak am Teller oder natuerlich ein Burenheitl, hier Boerewors geheissen. Aber es sei nicht so, dass sie ausschliesslich Fleisch aessen, weil an den anderen Tagen gaebe es Gefluegel oder Fisch. Ich gestehe aber, ich hab noch nie so gutes Fleisch gegessen wie hier. Am liebsten ist ihnen ein Braai, also eine Grillage. Der Suedafrikaner ist in dieser Disziplin zumindest Vizeweltmeister oder so. Es gibt viel Lamm, Strauss und Rindvieh, wenn es nicht schon auf der Weide verdorrt (siehe unten) und eben diese ausgestopften Burendaerme, die allein einen ganzen oesterreichischen Grill beanspruchen wuerden. Gewuerzt wird mit Braaisaul, einem Gewuerzpulversalzglutamat aus der Attadose. Vielleicht fehlt dem Buren also die Finesse anderer Grillvoelker, aber das wird alles mit Quantitaet ausgeglichen. Fleischfleischfleisch und aus.
Tipp aus der Praxis: Wenn ein Bure am Tisch sagt, kannst du mir bitte das Gemuese reichen, meint er das Huhn. Das ist suedafrikanischer Humor. Sonst haben wir hauptsaechlich Land Rover Witze zu hoeren bekommen (bleiben aus Pietaetsgruenden unveroeffentlicht).

Exkurs CD-Fachgeschaeft

Mit diesem musikalischen Vorwissen gingen wir also in ein wohl sortiertes CD-Geschaeft auf der Suche nach guter lokaler Musik. Viel haben wir nicht gefunden, weil wir uns ueber den Rest so amuesieren mussten. Da waren Nirvana, Guns’n Roses, Status Quo, Engelbert Humperding, Cindy Lauper etcetc. Alles unter Pop/Rock bitteschoen. Grossartig! Irgendwie sind wir dann zur Abteilung German gekommen und was sich uns dort geboten hat, war schier unglaublich! Meine Damen und Herren, man verkauft Hansi Hinterseers erste Erfolge in Kapstadt! Ist das zu fassen? Daneben gibt es aber auch die Numma aans vom Wienerwald, Kastelruther Spatzen, Heino und, besonders empfehlenswert, Die grossen Erfolge von Fernando Express. Eine Okkasion!
Warum hat uns niemand von euch Fernando Express zum Abschied geschenkt?
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nach dem Sueden

Zuerst ein bisschen Reisefortschritt an dieser Stelle, damit mir sich verstehen. Von Windhoek fuhren wir auf einen Oelwechsel ueber kleine Strassen und viel Schotter nach Luederitz. Neben einer guten Werksatt gibt’s dort nicht viel, vor allem Sand, Diamanten und Meer. Mehr Sand findet man kaum wo, sehr schoen auf seine Art. Von dort gings landeinwaerts zum Oranje Fluss und nach Aussenkehr, [au:sengier] spricht man in Afrikaans und das musst du erst verstehen. Kaum hat man ausgekehrt, ist man schon fast bei den Suedafrikanern. Man trifft sie aber schon vorher, aber je naeher desto mehr, eh klar. Und da isses, das meine Betrachtungen beginnen, naemlich die Burenbetrachtungen. Die Buren sind naemlich wirklich eine Geschichte fuer sich und hoechst eigen. Wenn man ihnen begegnet merkt man gleich, hui, Campingweltmeister! Die haben wirklich alles vom Zaubercampinganhaenger aus dem eine ganze Zeltstadt (Einbaukueche inklusive) erwaechst, bis zum Spezialgrill und Fernseher mit Satschuessel. Leider habe sie auch gerne einen Ghettoblaster beim Campen. Und da merkt man, uuunglaublicher Musikgeschmack und quasi alles vor 20 Jahren stecken geblieben. Burenschlager, Amihadern aus den 70ern und easyeasylistening, da beutelt es dich im Schuettelfrost und dir bleibt nur eine Franz Hable CD als Gegenmassnahme. Der Bure moege bei Freddy Quinn erzittern!

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